Haydn 2009
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Liebe Freunde der Musik von Joseph Haydn,


Jahrestage berühmter österreichischer Künstler stellen die österreichische Auslandskulturpolitik immer vor eine große Herausforderung.

Einerseits freuen wir uns, dass - wie im Falle von Joseph Haydn - die klassische Musik Österreichs weltweit bestens bekannt ist und meist keiner spezifischen Erklärung bedarf, andererseits sind wir bestrebt vor allem das zeitgenössische Musikschaffen bekannt zu machen und bestmöglich zu unterstützen. Gerade in der Musik gilt es ja, die besten österreichischen Nachwuchsensembles und jungen Komponisten und Komponistinnen zu fördern, deren Werdegang eng mit der österreichischen Musiktradition verbunden ist und nicht nur auf die bewährte Klassik zu bauen.

Im Falle des Haydn Trio Eisenstadt und ihrem Projekt „DedicatedToHaydn“ konnte man von Anfang an erkennen, dass dieses Ensemble, das in der Vergangenheit immer wieder Kompositionsaufträge an zeitgenössische Komponisten und Komponistinnen vergeben hat (u.a. mit dem sehr interessanten Projekt BachmannVertont) viel geistige Arbeit investiert hat, um D2H zu einem künstlerisch wirklich spannenden und trotzdem finanzierbaren Projekt reifen zu lassen, das wir schließlich über unsere 30 Kulturforen und 105 Vertretungsbehörden weltweit anbieten konnten. Viele Komponenten wurden ineinander verwoben, sodass ein weltumspannendes Konzept realisiert werden konnte, von dessen Güte Sie sich in den nächsten Tagen überzeugen werden können.

Es war deshalb nicht verwunderlich, dass eine große Anzahl von Botschaften dieses spezifische Haydn Projekt als „ihr“ Schwerpunktprojekt im Haydn-Jahr 2009 auswählten und sich nicht nur diejenigen österreichische Botschaften an dem Projekt beteiligten, aus deren Amtsbereich die eingeladenen Komponisten und Komponistinnen stammen. Besonders wichtig schien mir das Projekt mit zeitgenössischen Festivals zu verbinden, was durch den Einsatz und die Überzeugungskraft des Trios selbst, hervorragend gelang.

Und noch eine Aufmerksamkeit, die nicht selbstverständlich ist, hat mich an diesem Projekt beeindruckt: Der „spiritus rector“ der Idee, Harald Kosik, hat bei der Suche nach 18 besonderen Komponisten aus Österreich, Europa und allen Kontinenten, nicht vergessen auch nach herausragenden Komponistinnen Ausschau zu halten. Auch dies zeigt von besonderer Sensibilität, die nicht immer vorausgesetzt werden kann.

Ich bin deshalb davon überzeugt, dass das Haydn Trio Eisenstadt bei ihrer bereits absolvierten und noch bevorstehenden Tournee mit „DedicatedToHaydn“ durch alle Kontinente einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird und sowohl das klassische wie auch das zeitgenössische Erbe des Musiklandes Österreich fest in die Erinnerung der Menschen einschreiben wird.

Nur Menschen deren Wissen tief und breit ist und die in ihrem Innersten an eine Idee glauben, vermögen langfristig zu überzeugen. „Dedicated ToHaydn“ gehört zu den Projekten dieser Qualität, davon bin ich überzeugt.

Um Projekte dieser Größenordnung und Wirkungskraft verwirklichen zu können, bedarf es jedoch immer Menschen, die von Anfang an das mögliche Potential erkennen. Deshalb möchte ich auch an dieser Stelle Herrn Dr. Walter Reicher, Intendant der Haydn Festspiele Eisenstadt erwähnen, der mit großer Weitsicht und Mut das Projekt von Anfang an begleitete.

Ich wünsche dem Haydn Trio Eisenstadt: Harald Kosik, Verena Stourzh und Johannes Gradwohl ein erfolgreiches Festival, den österreichischen, europäischen und internationalen Komponistinnen und Komponisten viele interessante und lustvolle Begegnungen in Eisenstadt und allen gemeinsam viele spannende Kritiken weltweit.

Ich bedanke mich für den großen Einsatz, der vom Trio selbst kam, die vielen schönen Begegnungen und bedaure zutiefst, dass ich dieses Wochenende nicht in Eisenstadt mit dabei sein kann.

Waltraud Dennhardt-Herzog
(langjährige Leiterin des Musikreferats im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten; derzeit Gesandte an der österreichischen Botschaft in Stockholm)

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