Haydn 2009
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»schatten.risse
Es ist eine große Herausforderung, für eine traditionell konnotierte Besetzung zu schreiben. Ich habe den Versuch unternommen, der durch Haydns Klaviertrios erzeugten „Kontur“ nachzuspüren, an einer Tradition aus gegenwärtiger Sicht „anzuknüpfen“ und sie mit heutigen Mitteln „aufzubrechen“, um Neues zu gewinnen.

Die Komposition „schatten.risse“ greift beispielsweise den klanglichen Aspekt der ausdrucksvollen Modulation nur eines Tones aus dem Mittelsatz des Es-Dur-Trios Hob.XV:22 auf. Weiters thematisiert das Werk die Schichtung unterschiedlicher Artikulationsformen wie sie zum Beispiel beim Beginn des E-Dur-Trios Hob XV:28 zu finden sind.

Diese und andere klangliche Dimensionen erfahren mittels veränderter Perspektive eine Erweiterung. Der raumgreifende Einsatz extremer Lagen und das Ausschreiten des „Umraums“ einzelner Tonhöhen bis hin zu Mikrointervallen bringt „Risse“ zum Vorschein, die ins Offene locken.«

(Elisabeth Harnik)