www.schifrin.comLalo Schifrin ist ein wirklicher Mann der Renaissance. Als Pianist, Komponist und Dirigent fühlt er sich in allen Sparten zu Hause, ob er ein Sinfonieorchester dirigiert, bei einem internationalen Jazzfest spielt, Film- oder Fernsehmusik komponiert, oder Werke für das Los Angeles Kammerorchester oder die Londoner Philharmoniker schreibt.
Als junger Mann in seinem Heimatland Argentinien erhielt Schifrin eine Ausbildung in klassischer Musik und studierte zugleich Jus. Er stammt aus einer musikalischen Familie, und sein Vater, Luis Schifrin, war Konzertmeister des Philharmonischen Orchester Buenos Aires am Teatro Colon.
Lalo Schifrin studierte in den frühen 50er Jahren klassische Musik am Pariser Konservatorium und wurde gleichzeitig Jazzpianist, Komponist und Arrangeur. Er spielte und machte damals Plattenaufnahmen in ganz Europa.
Als Schifrin Mitte der 50er Jahre nach Buenos Aires zurückkehrte, stellte er seine eigene Konzertband zusammen. Während eines Auftritts hörte ihn Dizzy Gillespie spielen und bat ihn, seinen Pianisten und Arrangeur zu werden. 1958 übersiedelte Schifrin dann in die USA, wo er eine bemerkenswerte Karriere begann.
Seine Musik ist eine Synthese aus Tradition und den Techniken des 20. Jahrhunderts, und seine frühe Liebe zum Jazz bleibt immer ein wichtiges Stilmerkmal.
Invocation, Concerto für Kontrabass, Klavierkonzerte Nr. 1 und 2, Pulsations, Tropicos, La Nouvelle Orleans, und
Resonances sind Beispiele für seine Neigung, universelle Gedanken mit einem erweiterten Primitivismus zu vereinen. Für Film und Fernsehen hat er über 100 Stücke geschrieben, wie:
Mission Impossible, Mannix, The Fox, Cool Hand Luke, Bullitt, Dirty Harry, Tango, Rush Hour, Rush Hour 2, die alle einen großen Erfolg hatten. Lalo Schifrin hat vier “Grammy”-Auszeichnungen (bei einundzwanzig Nominierungen) erhalten und eine Kabel-TV ACE Auszeichnung gewonnen; er wurde sechsmal für den Oscar nominiert.
1987 ernannte ihn das Pariser Philharmonische Orchester zum Musikdirektor, sein erstes Konzert fand am 26. Januar 1988 im Théatre des Champs Elysées statt.
Schifrin hat u.a. folgende Orchester dirigiert: die Londoner Philharmoniker, das Londoner Symphonieorchester, die Wiener Symphoniker, die Los Angeles Philharmoniker, das Israel Philharmonic, das Mexico Philharmonic, das Houston Symphony Orchester, das Los Angeles Chamber Orchester, das Mexico City Philharmonic Orchester, das Atlanta Symphony Orchester, das Orchester von Saint Luke (New York City), und das National Symphony Orchester Argentiniens.
1986 spielte das Glendale Symphonieorchester unter der Leitung von Lalo Schifrin beim Hollywood Bowl. Sein
Salute to the Statue of Liberty wurde von 17.000 Zuschauern mit einem überwältigenden Beifallssturm aufgenommen. 1987 wurde Schifrin beauftragt, die Ouvertüre für die Pan Amerikanischen Spiele zu komponieren, die er in Toronto auf CD aufnahm und vom Indianapolis Symphonieorchester uraufgeführt wurde. 1995 komponierte und dirigierte Schifrin das Finale für die Pan Amerikanischen Spiele, die in Argentinien stattfanden.
Schifrins Fähigkeit, sich in den verschiedensten Musikarten zu Haus zu fühlen, macht ihn einzigartig in der Musikwelt. Als Jazzmusiker hat er mit den Größen des Jazz, wie Dizzy Gillespie, Sarah Vaughan, Ella Fitzgerald, Stan Getz und Count Basie gespielt. Davon gibt es unzählige Aufnahmen.
Sein
Konzert für Gitarre und Orchester wurde vom Londoner Philharmonic Orchester mit dem Solisten Angel Romero auf CD aufgenommen. Seine
Dances Concertantes für Klarinette und Orchester dirigierte er inmitten der Pyramiden von Teotihuacan in Mexico mit Placido Domingo als Solisten. Die Aufführung wurde 1989 im Fernsehen übertragen und erschien 1999 auf CD, DVD und VHS.
1989 wurde Lalo Schifrin zum Musikalischen Direktor des Glendale Symphonieorchester ernannt. Diesen Posten bekleidete er sechs Jahre.
Um die Finalspiele der Fußballweltmeisterschaft zu feiern, wurde Schifrin beauftragt, ein Stück für eine Veranstaltung am 7. Juli 1990 zu schreiben, die in Caracalla in Italien stattfand. In diesem Konzert sangen die Drei Tenöre, Luciano Pavarotti, Placido Domingo und Jose Carreras zum ersten Mal zusammen. Zubin Mehta dirigierte die Orchester der Opernhäuser von Rom und Florenz. Schifrin hat auch die Musik für die Folgekonzerte im Juli 1994 im Dodger-Stadion, Juli 1998 in Paris und für das letzte Konzert in Japan komponiert.
Schifrin wurde von der Steinway Stiftung beauftragt, sein
Klavierkonzert Nr. 2 zu komponieren, das am11. Juni 1992 vom Nationalen Symphonieorchester unter der Leitung von Mstislav Rostropovich mit der Pianistin Cristina Ortiz im Kennedy Center in Washington, D.C. uraufgeführt wurde. Im selben Jahr nahm er eine CD mit Jose Carreras und dem Londoner Symphonieorchester auf mit dem Titel
Friends for Life. Zu seinen letzten Aufträgen zählt u.a. die
Fantasy for Screenplay and Orchestra für Daniel Barenboim und das Chicagoer Symphonieorchester.
Anfang 1993 konnte er seine zwei Welten, die Welt des Jazz und die symphonische Welt miteinander vereinen, als er als Pianist und Dirigent Aufnahmen für die CD-Serie
Jazz Meets the Symphony zusammen mit dem Londoner Philharmonic Orchester und Jazzgrößen wie Ray Brown, Grady Tate, Jon Faddis, Paquito D’Rivera und James Morrison einspielte. Die CDs waren ein internationaler Erfolg, und es folgten im Juli 1994
More Jazz Meets the Symphony. Die dritte Serie,
Firebird, Jazz Meets the Symphony, Nr. 3, kam im Sommer 1996 heraus und wurde zweimal für die Grammy-Awards nominiert. Die vierte CD-Serie, mit dem Titel
Metamorphosis, erschien im Frühling 1998 auf Schifrins eigenem CD-Label, Aleph Records. Die Geschenk-Box enthält die ersten vier CDs und trägt den Titel
The Jazz Meets the Symphony Collection. Die fünfte Serie,
Intersections, Jazz Meets the Symphony, Nr. 5, erschien im Spätsommer 2001 und ist insofern einzigartig, als sie ein ganzes Sinfonieorchester mit einer Jazzband, zusammen mit Jazzstars wie Jeff Hamilton, Christian McBride, James Morrison und David Sanchez vereint.
1992 schrieb und arrangierte Schifrin die Musik für die Show
Christmas in Vienna mit Diana Ross, Jose Carreras und Placido Domingo. Die Fernsehaufnahme erschien 1993 als CD und Video auf Sony Classics.
Schifrin kehrte nach Wien 1995 zurück, um das ganze Musikprogramm für
Christmas in Vienna zu arrangieren, das von Jose Carreras, Natalie Cole und Placido Domingo gesungen wurde. Die Show wurde im selben Jahr am 23. und 24. Dezember auf PBS in den USA ausgestrahlt und wird seitdem oft während der Adventzeit wiederholt.
1993 dirigierte Schifrin die CD-Aufnahme
Julia Migenes in Vienna mit dem Orchester der Wiener Volksoper und die CD-Aufnahme des
Te Deum von Charpentier mit dem klassischen Trompeter Maurice Andre und dem Kammerorchester von Paris. Beide CDs erschienen im Oktober 1993.
Die 1996 aufgenommene, von Schifrin dirigierte CD
Carnival of the Animals [Karneval der Tiere] von Camille Saint-Saens hat in den elektronischen und Printmedien großen Anklang gefunden. Die Erzähler auf der CD sind Audrey Hepburn, Charlton Heston, James Earl Jones, Dudley Moore, Walter Matthau und Lynn Redgrave.
In Hollywood hat Schifrin in letzter Zeit vier große Filmerfolge verbucht:
Money Talks (New Line Pictures),
Something to Believe In, produziert von Lord Lew Grade,
Tango von Carlos Saura, und der letzte Film, der ein Mega-Hit wurde:
Rush Hour, für den er 1999 für die Grammy-Awards nominiert wurde.
Rush Hour 2: Remember the Dragon erschien 2001. 2003 komponierte er die Musik zu
Bringing Down the House.
Lalo Schifrin erhielt 1988 den BMI Life Achievement Award für sein Lebenswerk. Die israelische Regierung hat ihn für seine „Beiträge zur Weltverständigung durch Musik“ geehrt. 1988 erhielt Schifrin von der Hollywooder Handelskammer seinen eigenen Stern in der „Walk of Fame“. Ihm wurden Ehrendoktorate von der Rhode Island School of Design und von der Universität in La Plata, Argentinien, verliehen. Er wurde im Jänner 1990 beim M.I.D.E.M. Classique Festival in Cannes geehrt und hat dort das Nationale Symphonieorchester von Lyons dirigiert. 1998 erhielt er die „Distinguished Artist Award“ vom Los Angeles Musik-Center.
Lalo Schifrin wurde zum „Chevalier de l’Ordre des Arts et Lettres“ vom damaligen französischen Kulturminister, Jack Lang, geschlagen.
1998 ernannte ihn die argentinische Regierung zum Berater des Präsidenten in Kulturangelegenheiten mit dem Rang eines Kabinettsekretärs.