Haydn 2009
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»Calliope Dreaming
Schon früh im Entstehungsprozess dieses Stückes, während der Recherche zu Haydn und seiner Musik, stieß ich auf einen Satz in einigen seiner Biographien, der seinen Wunsch beschreibt, der langsame Satz seiner ‚Trauersinfonie’ Nr. 44 möge bei seinem Begräbnis gespielt werden. Das hat irgendwie meine Fantasie entfacht. Ich dachte, dass dieser Gedanke eine Verbindung zum Ereignis erzeugen würde, für welches ich das Trio schrieb: Haydns Todestag.
Während der Werkstudie, bemerkte ich, dass es darin so viele schöne Motive gab, die mich inspirierten. So entschied ich eine Fantasie über die vielen verschiedenen Themen der Sinfonie zu komponieren, ohne jedoch die Reihenfolge ihrer ursprünglichen Erscheinung beizubehalten. Obwohl ich mit diesen Motiven recht frei arbeitete, verlieh ich dem langsamen Satz doch mehr Belichtung als den anderen Themen. Während des Kompositionsprozesses schlichen sich natürlich meine eigenen Motive ein und die ganze Stimmung des Stückes begann eine Form anzunehmen, die eher auf gleicher Linie mit dem Finale der Sinfonie lag, welches dem kantig rhythmischen Material zugrunde liegt, das ich wirklich sehr mag.
Mein Stück für das Trio ist insgesamt eher energisch, jedoch mit einigen ruhigeren Momenten.
Wegen dem optimistischen Charakter durch den Großteil des Stückes kam mir folgende Assoziation in den Sinn: dass von einem von Kalliope gespielten Stück, ein aus Rauch bestehendes Tasteninstrument pfeift. In der griechischen Mythologie ist Kalliope auch der Name für eine Muse der epischen Dichtung, was ich in einer Weise als Bonus verstand, auch wenn das Stück nicht episch ist, jedoch vielleicht einige poetische Momente hat.«

(Elena Kats-Chernin)