www.bolcomandmorris.com„Meine Erkundungen jeder Art von Musik aus Amerikas Vergangenheit wurden gemacht, um die Wurzeln unserer Musiksprache zu erkennen, so dass ich darauf aufbauen kann.“
William Bolcom wurde am 26. Mai 1938 in Seattle, Staat Washington, geboren und lebt jetzt in Ann Arbor, Michigan, wo er Ross Lee Finney Distinguished Professor der Komposition an der University of Michigan ist.
Im Alter von elf Jahren begann er private Musikstudien an der University of Washington bei John Verrall. Später studierte er ausführlich bei Darius Milhaud, sowohl in Kalifornien als in Paris. Bolcom hat den akademischen Grad eines Master of Arts von Mills College und war der erste Empfänger des Grades eines Doktors der Musik der Stanford University. Unter anderem erhielt Bolcom 1988 den Pulitzer Preis für Musik für seine 12 New Etudes for Piano, zwei Guggenheim fellowships, zwei Stipendien der Koussevitzky-Stiftung sowie einen Preis der American Academy of Arts and Letters. Unter weiteren Ehrungen sind der Larc Blitzstein-Preis für Musiktheater und der Henry Russel-Preis (der höchste akademische Preis der University of Michigan) sowie der zu diesem Preis gehörende Lehrauftrag zu nennen, ebenso wie seine Wahl zum Mitglied der American Academy of Arts and Letters.
In den letzten Jahren hat Bolcom zahlreiche Kompositionsaufträge seitens prestigiöser Institutionen erhalten, einschließlich des New Yorker Philharmonischen Orchesters, des Philadelphia Orchesters, des Saint Louis Symphony Orchesters, der Wiener Philharmoniker, des Baltimore Symphony Orchesters, des National Symphony Orchesters, des Seattle Symphony Orchesters, des St. Paul Kammerorchesters, sowie des Boston Symphony Orchesters.
Im September 2006 brachte das Pacific Symphony Orchester unter Carl St. Clair einen neuen Gesangszyklus für Orchester, Chor und Tenor (mit Placido Domingo) zur Uraufführung, basierend auf Texten von Federico Garcia Lorca. Für 2007 steht die Uraufführung von Bolcoms Achter Symphonie, einer Chorsymphonie mit Texten von William Blake, auf dem Programm. Zu rezenten Uraufführungen zählt ein Liedzyklus für Catherine Malfitano und das Stuttgarter Kammerorchester unter der Stabführung von Dennis Russell Davies, sowie sein 11. Streichquartett, gespielt vom Mendelssohn-Quartett.
Andere Kompositionsaufträge erfolgten im Zusammenhang mit dem Hundertjahresjubiläum der Carnegie Hall, darunter ein Liedzyklus mit Texten amerikanischer Dichterinnen (I Will Breathe a Mountain), bei der Uraufführung gesungen von Marilyn Horne; die Sonata for Violoncello and Piano wurde von Yo-Yo Ma und Emanuel Ax in Auftrag gegeben; zwei Liedzyklen für Benita Valente (Let Evening Come und Briefly It Enters); A Whitman Triptych (Gedichte von Walt Whitman) wurde für den fünfzigsten Jahrestag der Gründung der Vereinten Nationen in San Francisco in Auftrag gegeben (Marilyn Horne und das San Francisco Opera Orchester); die Fantasia Concertante for Viola, Violoncello and Orchestra wurde von der Internationalen Stiftung Mozarteum in Auftrag gegeben; die Welturaufführung erfolgte durch die Wiener Philharmoniker unter James Levine in Salzburg.
A Wedding, eine Oper basierend auf dem Film (1978) von Robert Altmann, wurde 2004 in der „Lyric Opera“ von Chicago uraufgeführt. Dieses Opernhaus gab drei Opern in Auftrag: Die Oper McTeague wurde 1992 uraufgeführt. Eine weitere Oper war The View from the Bridge, adaptiert von Arthur Millers gleichnamigem Stück; nach der Uraufführung 1999 übernahm die Metropolitan Opera in New York The View from the Bridge im Dezember 2002; die europäische Premiere fand 2003 in Hagen statt, es folgten Aufführungen in Portland (Oregon), in Pittsburgh und an der Indiana University. Eine Aufführung an der National Opera in Washington, D. C. ist für Herbst 2007 in Vorbereitung. Im Herbst 2008 wird das Opernhaus Florenz Bolcoms neuestes Werk, eine Oper nach dem Theaterstück von Robert Sherwood, Idiot’s Delight, zur Uraufführung bringen.
Die Third Sonata for Violin and Piano, ein Auftragswerk für die Musikfestspiele in Aspen, wurde von Nadja Salerno-Sonnenberg im August 1993 zur Uraufführung gebracht; das Lyric Concerto für Flöte und Orchester wurde erstmals 1993 von James Galway mit dem St. Louis Symphony Orchester aufgeführt. 1996 wurde Gaea, ein Doppelkonzert für linkshändige Pianisten, von Leon Fleisher und Gary Graffman mit den Symphonieorchestern von Baltimore und St. Louis und dem Pacific Symphony Orchester aufgeführt. Das zweite Klavierquintett hatte seine Premiere 1996 mit dem Beaux Arts Trio und dem Klarinettisten Richard Stoltzmann. Bolcoms Sechste Symphonie kam 1998 durch das National Symphony Orchester zur Aufführung. Auf Bitte von Isaac Stern schrieb Bolcom zu dessen 80. Geburtstag ein Klavierquintett, das von Stern, Mitgliedern des Emerson Quartetts und dem Pianisten Jonathan Biss aufgeführt wurde.
Bolcoms großes Werk Songs of Innocence and Illumination, eine dreistündige „Illumination“ von Gedichten William Blakes, an dem der Komponist 25 Jahre lang arbeitete, erlebte seine Uraufführung in Stuttgart unter Denis Russell Davies und wurde weiters in Ann Arbor, Chicago, New York, St. Louis und London gespielt .Eine Aufführung an der University of Michigan wurde auf CD eingespielt (Naxos Records, 2004) und wurde von den meisten amerikanischen Zeitungen in die Liste der „top ten“ klassischen CDs des Jahres 2004 aufgenommen. In 2005 erhielt Bolcom zwei Grammy Awards, für das „beste klassische Album“ und die „beste zeitgenössische klassische Komposition“.
Bolcoms Concerto Grosso for Saxophonic Quartet and Orchestra, für das Prism Saxophone Quartet geschrieben, wurde vom Detroit Symphony Orchester uraufgeführt und seither vielfach gespielt. Mit der Dichterin und Theaterschriftstellerin Sandra Seaton schuf Bolcom einen Liedzyklus des mythischen Diary of Sally Hemings, uraufgeführt 2001 in der Library of Congress in Washington, und seither vielmals gespielt. 1997 schrieb Bolcom eine Auftragsarbeit für den zehnten internationalen Van Cliburn Klavier-Wettbewerb, Nine Bagatelles.
Bolcom ist vielfach als Pianist gemeinsam mit seiner Gattin Joan Morris (Mezzo-Sopran) aufgetreten und und hat mit ihr CDs eingespielt. Seine Musik, vom ragtime zur Theatermusik und von der Kammermusik zu symphonischen Werken, hat weltweite Anerkennung gefunden. U. a. haben folgende Labels seine Kompositionen eingespielt: Deutsche Grammophon, Albany, Argo, CRI, Nonesuch, New World, BMG/RCA, Crystal, Koch, Newport, Vox, Cenaur, Naxos. Als Pianist (mit Joan Morris) wird Bolcom von ICM Artists vertreten.
Wiliam Bolcom wurde von Musical America zum „2007 composer of the year“ ernannt.
Bolcom’s Verleger ist Edward B. Marks Music Company (
www.ebmarks.com).