www.betsyjolas.comBetsy Jolas ist 1926 in Paris als Tochter der Übersetzerin Maria Jolas und dem Dichter und Journalisten Eugène Jolas geboren, dem Gründer der bekannten Literaturzeitschrift „transition“, in welchem ein Vorabdruck von James Joyces „Finnegan’s Wake“ erschien. 1940 ging Betsy Jolas in die USA, wo sie die Mittelschule abschloss, um dann Komposition bei Paul Boepple, Klavier bei Helen Schnabel und Orgel bei Carl Weinrich zu studieren.
Nach ihrem Studienabschluss am Bennington College kehrte Betsy Jolas 1946 nach Paris zurück, um ihre Studien bei Darius Milhaud, Simone Plé-Caussade und Olivier Messiaen am Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris weiterzuführen.
Gewinnerin des Internationalen Dirigentenwettbewerbs von Besançon in 1953 hat sie seitdem viele Preise und Auszeichnungen gewonnen, u.a.: Copley Foundation von Chivago (1954), ORTF (1961), American Academy of Arts (1973), Koussevitsky Fondation (1974), Grand Prix National de la Musique (1974), Grand Prix de la Ville de Paris (1981) und Grand Prix de la SACEM (1982). Betsy Jolas wurde 1983 Mitglied der American Academy of Arts and Letters.
1985 wurde sie zum Commandeur des Arts et des Lettres ernannt. 1992 erhielt sie den Maurice Ravel Prix International und wurde zur “Persönlichkeit des Jahres” in Frankreich ernannt. 1994 erhielt sie den Prix SACEM für die beste Premierenaufführung des Jahres für ihr Werk „Frauenleben“. 1995 wurde sie zum Mitglied der American Academy of Arts and Sciences gewählt und 1997 zum Chevalier de la Légion d’Honneur geschlagen. Von 1971 bis 1974 lehrte Betsy Jolas an Stelle von Maurice Ravel am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris und wurde 1975 zum Mitglied des Lehrkörpers ernannt.
Sie hat u.a. in Tanglewood, Yale, Harvard, am Mills College (Chor Darius Milhaud), in Berkeley, USC und an der Universität San Diego gelehrt. Ihre Werke, die für die verschiedensten Instrumentalbesetzungen geschrieben sind, wurden oft und in der ganzen Welt von namhaften Interpreten wie Elisabeth Chojnacka, Kent Nagano, William Christie, Claude Helffer, Kim Kashkashian und von vielen führenden Ensembles aufgeführt. Zu diesen gehören u.a. die Boston Symphony Chamber Players, das Concord Quartett, das domaine Musical, die Percussions de Strasbourg, die Lincoln Center Chamber Music Society, die Londoner Sinfonietta, das Ensemble Intercontemporain und die Philharmonia. Zwölf Werke sind auf EMI, Adès, CRI, Erato und Barclay aufgenommen worden; mehrere CDs haben bedeutende Preise erhalten.