www.jacquelinefontyn.beJacqueline Fontyn wird am 27. Dezember 1930 in Antwerpen geboren.
Ihre Eltern erkennen früh ihr großes, musikalisches Talent und schon kurz nach ihrem fünften Geburtstag erhält sie vom ausgezeichneten, russischen Musikpädagogen Ignace Bolotine täglich Klavierunterricht. Er ermutigt sie, ihre Musikimprovisationen weiterzuentwickeln.
Mit vierzehn Jahren beschließt Jacqueline Fontyn Komponistin zu werden. Zunächst studiert sie Komposition bei Marcel Quinet. Später geht sie nach Paris und setzt ihre Ausbildung bei Max Deutsch fort. Als begeisterte Schülerin Arnold Schönbergs führt er sie in die Zwölftonmusik ein - eine musikalische Sprache, die sie sehr frei und flexibel bis 1979 verwenden wird.
1956 besucht sie die Dirigierklasse von Hans Swarowsky an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Wien.
Von 1963 bis 1970 ist Jacqueline Fontyn als Professorin für Musiktheorie am Antwerpener Konservatorium tätig, lehrt Komposition am Königlichen Konservatorium in Brüssel von 1970 bis 1990. Sie hält regelmäßig Gastvorträge und Meisterklassen an Universitäten und Musikhochschulen in der ganzen Welt.
Jacqueline Fontyns Werkverzeichnis umfasst mehr als 100 Kompositionen: es sind Werke für Orchester, Kammermusik, Vokal- und Instrumentalmusik. Sie haben ihren festen Platz im Repertoire der großen Orchester und Festivals.
Zu den vielen Auszeichnungen, die Jacqueline Fontyn für ihr kompositorisches Schaffen erhalten hat, gehören u.a.: der Preis "Oscar Espla" aus Spanien, der Preis "Arthur Honegger" der "Fondation de France", der Auftrag zu einem Violinkonzert als Pflichtstück des Finales im "Concours international Reine Elisabeth" (1976), zwei Auftragswerke der `Koussevitzky Foundation`der "Library of Congress" (Washington DC).
Sie ist Mitglied der belgischen "Académie Royale des sciences, des lettres et des beaux-arts". 1993 wird sie vom belgischen König in Anerkennung ihrer künstlerischen Verdienste geadelt.
Eine Vorliebe für farbige Harmonien und instrumentales Raffinement, große Geschmeidigkeit des Rhythmus charakterisieren ihre musikalische Sprache, die sich stets neu definiert. Ihre ausdrucksvolle, poetische Kunst steht allen Vorurteilen und Ausgrenzungen entgegen und richtet sich immer an den aufgeschlossenen, entdeckungsfreudigen Zuhörer.