Haydn 2009
dedicated
seiten_hg2
zurück

Kurier, Sonntag 10. Mai 2009

CD der Woche

Haydn hätte sich gefreut

18 Werke, 18 Stile und 18 Widmungen. Was zeitgenössische Komponisten zu Joseph Haydn zu sagen haben? Viel.

Kurier-Wertung: *****

Von Peter Jarolin

Das hätte einem Joseph Haydn sicher gefallen. Nicht nur seine Werke stehen im Gedenkjahr 2009 (200. Todestag) auf den internationalen Spielplänen, auch viel Neues dar aus diesem Anlass entstehen.

„D2H“, also „DedicatedToHaydn“, lautete denn auch die Zauberformel beim von Intendant Walter Reicher gewohnt klug programmierten Haydn-Festival in Eisenstadt. 18 Komponisten wurden eingeladen, sich mit der Musik Haydns zu beschäftigen; 18 Uraufführungen an einem Wochenende waren das tolle Ergebnis.

Wer nicht im Burgenland dabei sein konnte, kann nun auf drei CDs (Capriccio) die 18 Komponsitionen nachhören. Und zwar von den Interpreten aller Uraufführungen, dem exzellenten, viruosen, technisch sehr feinen Haydn Trio Eisenstadt. Denn Harald Kosik (Klavier), Verena Stourzh (Violine) und Hannes Gradwohl (Cello) beweisen, dass sie in allen Klangrichtungen daheim sind, dass sie perfekt zwischen den einzelnen Stilen changieren können.

Genialer Mix

Und das ist bei den 18 Werken auch notwendig, so unterschiedlich sind die Zugänge der Künstler. So hat etwa Hollywood-Legende Lalo Schifrin („Mission Impossible“) mit „Elegy and Meditation“ zwar ein Werk für Klaviertrio geschaffen. Dieses muss immer wieder wie ein ganzes Symphonieorchester klingen. Toll.

Der Südafrikaner Bongani Ndodana-Breen wieder bringt in seinen „Two Nguni Dances“ die Steppe zum Tanzen. Yui Kakinuma aus Japan und der Chinese Xiaogang Ye setzen auf asiatisches Flair, dessen meditativer Einfluss auch beim Spanier José María Sánchez-Verdú deutlich hörbar wird.

Viel Witz

Sehr geistreich ist William Bolcoms (USA) Beitrag „Haydn Go Seek2; auch viele andere Stücke strotzen vor guten Ideen. Wie etwa Johanna Doderers „2.Klaviertrio“, das die Österreicherin einmal mehr als brillante Komponistin ausweist. Viel sperriger dagegen ist da „schatten.risse“ von Elisabeth Harnik. Erfrischend hörenswert sind aber alle Piecen.

Original

zurück